Niederdeutsch im Sekundarbereich I

Bezogen auf die kommunikativen Kompetenzen kommen dem Zuhören und Verstehen, dem Lesen und Sprechen im Niederdeutschunterricht eine besondere Bedeutung zu. Das Schreiben nimmt zunächst eine untergeordnete Rolle ein und wird erst nach und nach zunehmend gefördert.

Der Unterricht erfolgt möglichst von Beginn an auf Plattdeutsch (Prinzip der funktionalen Einsprachigkeit). Er berücksichtigt die rezeptiven und produktiven kommunikativen Fertigkeiten gleichermaßen.

Bei allen Bemühungen um Standardisierung gilt es, ein wertschätzendes Augenmerk auf die regionalen Besonderheiten der plattdeutschen Varianten zu legen. Somit kann die niederdeutsche Sprache für Schüler identitätsstiftend sein. Dem regionalkulturellen Lernen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Die Lernatmosphäre ermutigt die Schülerinnen und Schüler, mit Sprache zu experimentieren. Zugunsten einer gelungenen fremdsprachlichen Verständigung wird deshalb die formale Korrektheit den kommunikativen Zwecken untergeordnet (Prinzip der funktionalen Fehlertoleranz).

Niederdeutsch soll gemäß den curricularen Vorgaben auch im Fach Deutsch (Bildungsbeitrag) zu Sprachbetrachtungen und Sprachvergleichen aufgegriffen und genutzt werden.

Hör- und Hör-/Sehverstehen

„Hör mal ’n beten to un kiek mal rin!“ – Regionalsprachen erfahren eine zunehmende Bedeutung, besonders in der Werbung und auch in regional geprägten Fernseh- und Radiosendungen. Dabei spielen die Traditionen und Besonderheiten der Region eine Rolle. Auf YouTube wächst die Zahl der niederdeutschen Erklär-Videos und Kurzfilme, die sich Schülerinnen und Schüler anschauen können. Plattdeutsch wird zudem in Familien, kulturellen Einrichtungen und regionalen Unternehmen verwendet.
Hörverstehen schafft die Brücke, um hier anknüpfen zu können.

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Leseverstehen

„Lees mal, för di un för anner Lüüd!“ – Im Plattdeutschen gibt es vielfältige Geschichten, moderne und klassische; dies gilt ebenso für Gedichte. Sie können zum Nachdenken anregen und unterschiedliche Gesprächsanlässe bieten.
Lautes Lesen bereitet Freude, übt und verbessert die Aussprache und kann als Grundlage für Lesungen, Rollenspiele, Erzähl- und Lesetheater oder auch Bilderbuchkino genutzt werden.

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Sprechen

„Snack mit!“ –Schülerinnen und Schüler sind dem Plattdeutschen gegenüber aufgeschlossen, und es ergeben sich auch unterschiedliche Gelegenheiten zum Sprechen. Dies bereitet Freude und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl zu einzelnen Gruppen und zur Region.
Sprechanlässe können sich in berufsorientierenden Praktika ergeben und berufliche Chancen durch die Sprechkompetenz verbessern.

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Schreiben

„Schriev dat op!“ – Eine kurze Nachricht oder einen Slogan auf Plattdeutsch schreiben – Schülerinnen und Schüler texten gern. Dies können sie z. B. bei der Gestaltung von Postkarten, einfachen Gedichten oder anderen Schreibanlässen erproben.

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Sprachmittlung

„Fraag dat bidde mal na!“ – Das Verstehen des Plattdeutschen stellt in Niedersachsen bei vielen keine Hürde dar. Es gibt aber Menschen, auch aus anderen Kulturkreisen, denen die Sprache nicht geläufig ist. Hier kommt Sprachmittlung eine Bedeutung zu.

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Wortschatz

„Keen Snackeree ahn Wöör!“ – Wörter zu kennen ist elementar, wenn wir kommunizieren wollen. Selbst mit rudimentären Sprachkenntnissen können sich Schülerinnen und Schüler verständlich machen, wenn sie über Wortschatz verfügen.

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Grammatik

„Geiht nich, gifft’t nich.“ – Mit motivierenden Übungen lassen sich grammatische Strukturen spielend in den Niederdeutschunterricht einbinden. Dadurch entwickeln Schülerinnen und Schüler ein Bewusstsein für die plattdeutsche Sprache.

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Kontakt

Letzte Änderung: 11.02.2021

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